Frust als Wirtschaftsrisiko

Europas Wirtschaft wächst, die Unternehmen investieren, Löhne und Gehälter steigen – und trotzdem nimmt die Unzufriedenheit vieler Menschen in den EU-Ländern zu. „Die Gelbwesten in Frankreich, die Brexit-Unterstützer in Großbritannien und die politische Lage in Italien sollten eine Lehre für uns sein. Das sind enorme politische Risiken, die wir Ökonomen in die Prognosen einbeziehen müssen“, sagt Julien Marcilly.

Er ist Chefökonom des internationalen Kreditversicherers Coface. Von seinen Einschätzungen der wirtschaftlichen Entwicklung hängt viel ab im Konzern, der Versicherungsprämien für Exporteure in die verschiedenen Länder berechnen muss. „Ökonomen lagen in der Vergangenheit oft falsch, weil sie nur auf volkswirtschaftliche Indikatoren schauten“, meint er. Was die Bevölkerung dachte oder fühlte, sei nicht ausschlaggebend gewesen.

Unterschiedliche Einschätzungen

Befragungen der Bürger hätten aber gezeigt, dass ihre Einschätzung von der Wirtschaft ihres Landes weit weg von den ökonomischen Indikatoren liege. So ist zum Beispiel Großbritannien, gemessen an der Wirtschaftsleistung, das fünftstärkste Land der Welt. Die Menschen aber seien der Meinung, es liege auf Platz zwölf. Oder Frankreich: Das Land rangiert auf Platz sieben bei der Wirtschaftsleistung, die Menschen sehen es auf Platz 20.

Noch viel ausgeprägter ist die Diskrepanz bei der Arbeitslosigkeit. Während die Ökonomen in der EU eine positive Entwicklung mit sinkender Arbeitslosigkeit sehen, glauben viele Menschen dies nicht. Neun Prozent betrage die Arbeitslosigkeit in Frankreich etwa. Befrage man die Bevölkerung dazu, kommt man auf eine Einschätzung von mehr als 20 Prozent Arbeitslosigkeit.   „Frust als Wirtschaftsrisiko“ weiterlesen

28. April 2015 Welttag für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz

28. April 2015 Welttag für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz
Österreich in puncto Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz gut aufgestellt. Die AUVA sieht aber weiteren Handlungsbedarf.
Laut Schätzungen der ILO (InternationalLabour Organisation) stirbt weltweit alle 15 Sekunden ein Arbeitnehmer durch einen arbeitsbedingten Unfall oder an den Folgen einerBerufskrankheit.
„Jeder Verletzte oder gar Tote ist einerzu viel“,betont Ing.Thomas Gebell,Obmann der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt. Durch den Aktionstag soll weltweit das Bewusstsein für Auswirkungen und Folgen von Arbeitsunfällen, Verletzungen und Krankheiten geschärft werden.
Im weltweiten Vergleich ist Österreich hinsichtlich Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz weit fortgeschritten.
Gebell sieht weiterhin Handlungsbedarf,um diesen Weg in Zukunft fortzuführen und das Präventionsniveau in Österreich kontinuierlich zu verbessern.