Salzburger Martin Kocher neuer Arbeitsminister

„Selbst wenn es nochmals einen Lockdown im Frühjahr gibt, sind die Wachstumsaussichten besser, weil einfach das 2. Halbjahr besser werden wird“, versprühte der neue Arbeitsminister Martin Kocher beim virtuellen Neujahrsempfang des Businessclubs „Club Tirol“ am Montagabend Optimismus für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes im heurigen Jahr.

Kocher wurde ursprünglich eingeladen, um als Chef des Wirtschaftsforschungsinstitutes IHS einen Ausblick auf die konjunkturelle Entwicklung im Jahr 2021 zu geben. Trotz der kurzfristig erfolgten Angelobung als neuer Arbeitsminister kam er der Einladung des Clubs der Tiroler in Wien nach.

Kocher und das IHS erwarten für das heurige Jahr ein Wirtschaftswachstum von 3,1 Prozent. „Entscheidend wird sein, wenn wir ab Mai etwa mit den Impfungen die Pandemie in den Griff bekommen und dann Lockerungen möglich sind – dann lässt sich vieles aufholen“, sagte der Arbeitsminister vor rund 100 Club-Mitgliedern.

Kocher ortet aber auch zahlreiche mögliche Probleme: „Ich fürchte, dass es in einigen Branchen, etwa dem Tourismus, nach der Pandemie einen Nachholeffekt geben wird und wirtschaftlich eigentlich gesunde Betriebe vom Markt verdrängt werden könnten.“

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Unterdessen gibt es weiteres Lob für die Bestellung von Kocher zum neuen Arbeitsminister. Kocher, der als Professor auch am MCI und an der Uni Innsbruck eine Reihe von Lehrveranstaltungen abgehalten hat, sei „ein Profi und ein Volltreffer für das Land“, sagt MCI-Rektor Andreas Altmann. Er sei über den rasch erfolgten Wechsel des bisherigen IHS-Chefs in die Politik „überrascht gewesen, aber sehr positiv, dass er das macht“, betont Altmann. Er kenne den Neo-Minister seit vielen Jahren als hochintelligenten Fachmann, der neben Finanz- und Wirtschaftswissen auch hohe soziale Kompetenz besitze. Der gebürtige Salzburger sei quasi auch Wahl-Tiroler, mit seinem Wechsel in die Regierung werde in jedem Fall auch der gesamte Westen Österreichs politisch gestärkt.

Arbeitsmarkt – mehr Ältere ohne Job

Die Arbeitslosigkeit in Österreich war auch im Mai wieder rückläufig: Arbeitslose und Schulungsteilnehmer zusammengenommen sank sie um 4,6 Prozent zum Vorjahr. In der Altersgruppe der Über-50-Jährigen hingegen ist die Arbeitslosigkeit gestiegen. Insgesamt lag die Arbeitslosenquote bei 6,8 Prozent (nach nationaler Berechnung), ein Rückgang um 0,3 Prozentpunkte zum Mai 2018.

Per Ende Mai 343.137 waren Personen ohne Job, nämlich die gemeldeten 278.948 Arbeitslosen und die 64.189 Schulungsteilnehmer. Eingeteilt nach Altersgruppen war der stärkste Rückgang bei den Jugendlichen unter 25 Jahren zu verzeichnen, hier ging die Arbeitslosigkeit um 8,7 Prozent zurück. Bei den 25 bis 49-Jährigen sank die Arbeitslosigkeit um 6,0 Prozent, bei den Über-50-Jährigen stieg sie um 1,0 Prozent. Betrachtet man nur die Arbeitslosen ohne Schulungen, so stieg die Arbeitslosenzahl bei den Älteren sogar um 1,5 Prozent.   Weiterlesen „Arbeitsmarkt – mehr Ältere ohne Job“

AMS – Salzburger nur kurz arbeitslos

Durchschnittlich benötigt ein Arbeitsloser in Wien 160 Tage, um eine neue Stelle zu finden. In Tirol und Salzburg dauert die Suche am kürzesten.

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Die durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit ist von Bundesland zu Bundesland verschieden. Ein Arbeitsloser in Wien ist österreichweit am längsten ohne Beschäftigung. In Tirol sind es 92 Tage und in Salzburg Österreichweit sucht ein Arbeitsloser durchschnittlich 134 Tage, bis er einen neuen Arbeitsplatz gefunden hat.

OECD – Kein Reformbedarf beim AMS

(APA).Der Arbeitsmarktexperte der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Christopher Prinz, kann die von der schwarz-blauen Regierung angestoßene Debatte um die Effizienz des Arbeitsmarktservices nicht nachvollziehen. „Das AMS wird international als eines der effektivsten und am besten geführten Arbeitsmarkservices gesehen“, sagte Prinz dem „Standard“.   Weiterlesen „OECD – Kein Reformbedarf beim AMS“